Das neue Werk aus der Schmiede von Square Enix, Life Is Strange, kommt wie viele andere Titel in 5 Episoden auf unsere Konsolen und Computer. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mich nur auf die erste Episode beziehen, dies sollte jedoch unbedingt getan werden! In diesem Blog geht es um Videospiele als Kunstobjekt, oder das kunstvolle gestalten dieser Spiele. In Life Is Strange kommen bereits in den ersten gut 2 Stunden viele Aspekte zusammen, die es absolut verdient haben hier erwähnt zu werden.
Über die Geschichte selbst kann ich nicht viel sagen. Zum jetzigen Zeitpunkt spielen wir Max, eine junge Studentin der Fotografie. Nachdem sie ein paar Jahre in Seattle verbrachte, kam sie in ihre kleine Heimatstadt zurück. Wir erleben das tagtägliche Leben von Studenten, mit all den Bullies und deren Opfern, Professoren und anderen, komischen Gestalten. Dabei wird die Story nicht komplett klar, sondern wird in dieser Episode nur begonnen. Ein Schlüsselerlebnis passiert Max jedoch gleich zu Beginn. In einer Art Traum sehen wir einen riesigen Tornado, welcher geradezu auf eine kleine Stadt zu rast. Ob wir uns in einem Traum befinden wird nicht näher erklärt, jedoch scheint es so, da Max im Seminarraum aufwacht. Wir sehen uns um und können durch das Drücken verschiedener Knöpfe entweder mit Dingen und Personen interagieren, oder Max Gedanken dazu hören. Schnell wird deutlich, dass die junge Studentin schüchtern und sehr einfühlsam ist, was mir persönlich sehr gefällt und absolut stimmig zum Äußeren ist. Ich bin mir nicht sicher ob ein Vergleich zu Yuna hier angebracht ist, jedoch erinnert sie mich stark an die junge Frau aus Final Fantasy X. Nachdem wir den Seminarraum verlassen, lässt Life Is Strange bereits in die leicht melancholische Welt von Max eintauchen. Während wir den Gang in Richtung Toilette laufen, spielt der Soundtrack groß auf. Hierbei handelt es sich weniger um düstere Klänge oder spannende Orchestersymphonien, sondern um leichte, viel fühlende Gitarrenmusik, welche generell das Thema des Soundtracks ist. Für mich einer der besten Momente dieser ersten Episode! Während wir gehen, können wir Max Gedanken zu jeder Person auf dem Flur abrufen und erfahren so erste Details über andere Studenten. Zwar erinnern einige an klassische Amerikanische Collegefilme, ist aber meiner Meinung nach großartig umgesetzt. wir entdecken dabei auch direkt die Vermisstenanzeige einer Studentin, welche überall auf dem Campus verteilt sind. Dieses verschwundene Mädchen wird noch einen wichtigen Aspekt des Spiels ausmachen, jedoch wird dieses in der ersten Episode natürlich nur angeschnitten.
Nachdem wir die Toilette erreicht haben, kommt ein weiterer wichtiger Punkt des Spiels zum Vorschein. Das Fotografieren. Wir haben die Möglichkeit, von vielen Dingen Fotos zu machen. Dies geschieht hier ganz klassisch mit einer Art Polaroid Kamera. die älteren Leser unter euch werden sicher tolle Erinnerungen an diese Bildern haben. Schon zu diesem Zeitpunkt ist das Spiel stimmig und überraschend atmosphärisch, dass es mir absolut zuspricht. Nachdem wir unser Bild gemacht habe, bekommen wir, versteckt, einen Streit mit, welcher in einem Mord endet. Und genau in diesem Moment kommt das wohl wichtigste Feature des Titels ins Spiel. Wir haben, warum auch immer, die Möglichkeit, in der Zeit zurück zu gehen. Wir wachen wieder im Seminarraum auf und spielen alles nochmal. Mir ist kein Spiel bekannt indem die Funktion der Zeitreise so gut umgesetzt wird wie hier - witzig und interessant zugleich. So drehen wir beispielsweise die Zeit zurück, nachdem wir eine Frage des Professors nicht beantworten können, nur um die richtige Antwort einer anderen Studentin als unsere eigene verwenden zu können. Diese Eigenschaft wird von nun an im gesamten weiteren Verlauf einen zentralen Punkt einnehmen, ohne jedoch übermäßig oder langweilig zu erscheinen. An dieser Stelle muss ich ein ganz großes Lob aussprechen! Interessant sind auch Max Gedanken, welche sich stetig an neue Situationen anpassen. So weiß sie vorher was passieren wird und überlegt was sie tun kann, um den Ausgang bestimmte Situationen zu beeinflussen. Dieses scheue, so lieblich wirkende Mädchen wird einem dabei sehr schnell sympathisch und wächst einem richtig ans Herz.
Zurück am Ort des Mords, spielt sich das selbe Schrecken erneut ab. Jedoch erkunden wir nun den Raum um mögliche Interventionsmöglichkeiten ausfindig zu machen. So verhindern wir den Ausgang des Streits mit dem Auslösen des Feueralarms. An dieser Stelle sehe ich diese Lösung weniger als Spoiler an, da es hierbei sehr offensichtlich ist, diese Handlung vollziehen zu müssen. Wir werden auch ausdrücklich darauf hingewiesen diesen zu betätigen. Wie dem auch sei, die Situation endet nun nicht im Mord, sondern in der flucht des Opfers. Wie in vielen anderen Spielen, haben unsere Entscheidungen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Spiels. Das besondere hierbei ist jedoch, dass wir, missfällt uns eine Entscheidung, einfach in der Zeit zurück reisen können und diese anders treffen. Dabei behalten wir aber das Wissen, welches wir in der gleichen Situation gemacht haben. Dieses Prinzip finde ich großartig und es lässt dem Spieler viele Möglichkeiten offen, nach Belieben zu handeln. an dieser Stelle möchte ich auch gar nicht viel mehr der Story verraten, das sie 1. nur begonnen hat, und ich 2. keine Überraschungen vorweg nehmen möchte.
Die Grafik des Spiels liegt irgendwo zwischen Comic und detaillierten Darstellungen, trifft aber absolut meinen Geschmack! Wir können mit unzähligen Dingen interagieren und erkunden so diese Welt Stück für Stück. Die Liebe entpuppt sich hierbei oftmals in den kleinen Dingen. Ob wir nur eine CD abspielen, oder Bilder von Gegenständen und Personen machen, es macht unheimlich viel Spaß diese Reise zu beschreiten und in allen Ecken nach versteckten Dingen und Erinnerungen zu suchen. Alles fügt sich ins große Ganze ein und wirkt absolut gut platziert.
Lief Is Strange ist wie einige andere Titel nur auf englisch spielbar, was jedoch niemanden abhalten sollte es zu spielen! Die Synchronisation ist sehr gelungen und es werden einfache Begriffe benutzt. Es ist also auf jeden Fall einen Versuch wert.
Was kann ich also abschließend über dieses Spiel sagen. Die erste Episode macht Lust auf mehr! Die wirklich unsagbar tolle Welt ist äußerst liebevoll gestaltet und fängt mich schnell ein. Der Soundtrack besteht aus vielen Liedern von unterschiedlichen Bands und passt perfekt zum Thema des Spiels. Obwohl es hierbei um Zeitreisen geht, habe ich als Spieler nicht einmal das Gefühl, in einem Science Fiction Titel gelandet zu sein. Diese Funktion und auch die Geschichte drum herum fügt sich nahtlos in ein absolut gelungenes Gesamtwerk ein, welches ich definitiv auch in Zukunft spielen werde.
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