Diesmal schaue ich auf eines der besten Spiele aller Zeiten, welches leider viel zu selten die Aufmerksamkeit bekommt, die dieses Spiel verdient. Kein anderes Spiel schaffte es, besonders zu dieser Zeit, mich derart zu fesseln und an meiner Konsole zu halten. Wenn es prägende Momente meiner Gamer-Laufbahn gibt, gehört dieses Spiel definitiv dazu! Hierbei möchte ich direkt am Anfang auf den unsagbar atmosphärischen Soundtrack hinweisen, welcher mir noch heute unzählige Bilder ins Gedächtnis ruft und mich immer wieder nach Alaska entführt, in die vielen Stunden die ich mit Solid Snake und all den anderen großartigen Charakteren verbringen durfte. Anders als bei vorigen Artikeln, setze ich bereits an dieser Stelle einen Link zum Soundtrack, welchen man unbedingt hören sollte!
Als 3. Teil der Metal Gear Reihe erschien Metal Gear Solid im Jahre 1998 und war das erste Spiel der Serie, welches grafisch in 3D aufwartete. Selbstverständlich nicht in dem Umfang wie wir es heute kennen, aber wir reden hier schließlich auch von den 90er Jahren. Im Vergleich mit heutigen Titeln, liegt der Charme aber gerade in solchen Dingen. Es ist nicht nur eine Reise nach Alaska um als Solid Snake Terroristen aufzuhalten, sondern vielmehr eine Reise in meine eigene Historie. Ohne dieses Spiel hätte ich viele andere Videospiele wahrscheinlich nie gespielt. Man kann mir widersprechen, aber meiner Meinung nach öffnete Metal Gear Solid die Tür in ein Genre, welches es ohne diesen Titel so nie geben würde, wie wir es heute kennen. Hierbei spreche ich nicht von Stealth- und Actionspielen, sondern vom Erzählen einer wahrhaft tiefgründigen, berührenden Geschichte, die niemals langweilig oder weltfremd wirkt.
Die Geschichte selbst dreht sich um Solid Snake, der als letzte Hoffnung nach Alaska entsandt wird, um Terroristen vor dem Zünden von atomaren Sprengköpfen zu stoppen. Prinzipiell ist diese Art von Geschichte mittlerweile nicht mehr neu und klingt abgenutzt, jedoch wird sie hier in einer Art und Weise erzählt, wie es nach diesem Spiel kaum noch der Fall war. So facettenreich wie hier mit dem Thema Atomwaffen, Terroristen und Krieg umgegangen wird, raubt einem förmlich den Atem. Man spürt direkt das weder innerhalb, noch außerhalb dieses Spiels, mit diesen empfindlichen Themen leichtfertig umgegangen werden sollte. Es scheint so, als hätte sich Konami hierbei wirklich Gedanken um die Aufarbeitung und Umsetzung des Themas gemacht, welches besonders in Dialogen nach Bosskämpfen deutlich wird. Mehr als einmal bekommt man Mitleid mit den Feinden welche man tötete und kann, dank der zutiefst durchdachten und ergreifenden Hintergrundgeschichten, sogar die Beweggründe, Terrorist zu sein, nachvollziehen und ein Stück weit verstehen. Jeder Charakter hat eine solch großartig erdachte Persönlichkeit, dass es, egal ob Feind oder Freund, einfach eine Freude ist, diesen Personen im Spiel zu begegnen, diesen im Kampf gegenübertreten zu können und man ist sogar traurig,wenn einer dieser Feinde stirbt. Nur wenige Tode von Feinden machten mich so betroffen wie bei Sniper Wolf...
Ich habe das Gefühl, als würden Worte dieser Geschichte nicht gerecht werden, trotzdem spüre ich auch jetzt wieder das Gefühl, Teil dieses Spiels gewesen zu sein und bin unsagbar dankbar dafür!
Doch auch abseits der Story, hat Metal Gear Solid so einiges zu bieten. Die Steuerung ist anfänglich gewöhnungsbedürftig, lässt dem Spieler aber viele Möglichkeiten sein Spiel so zu gestalten, wie er es gerne möchte. Wie für Stealthspiele üblich, haben wir oftmals die Wahl zwischen schleichen, dabei möglichst Kämpfen zu umgehen, oder mit unzähligen Waffen bestückt, eine direkte Konfrontation zu suchen. Dieser Mix ist hierbei sehr gut gelungen und sorgt immer wieder für Abwechslungsreiches Spielen. Auch die Gegner sind so unterschiedlich und einzigartig, wie ich es vorher und auch nachher, kaum erlebt habe. Jeder Bosskampf erfordert eine eigene Taktik und in einem speziellen Fall sogar das anwenden eines kleinen Tricks. Wie ihr Psycho Mantis besiegt, dürft ihr aber selbst herausfinden..!
Im Laufe der Geschichte lernen wir nicht nur Feinde, sondern auch Freunde kennen, welche uns nach ihren Möglichkeiten, zur Seite stehen. Viele Spieler erinnern sich hierbei natürlich besonders an Meryl oder Otacon, welche wie alle anderen brillant umgesetzt sind und uns ermöglichen, noch tiefer in die Geschichte einzutauchen. Die Interaktion verläuft neben realen Dialogen, vor allem über Funk. Uns stehen dabei zahlreiche Kontakte zur Verfügung, welche uns nicht nur die Hintergründe der Geschichte erklären oder uns die genauen Aufträge samt Hinweisen erteilen, sondern vor allem die ganze persönlichen Schicksale aller im Spiel befindlichen Charaktere näher bringen. Wer hierbei Geduld hat, erfährt unsagbar viel über den Mikrokosmos Metal Gear und seinen dazugehörigen Personen und früheren Begebenheiten.
Wer sich also nicht nur mittels Waffen durch Horden von Gegnern schießen möchte und dabei möglichst wenig Inhalt ertragen möchte, kommt um dieses Historische Werk nicht herum. Wir erleben eine Reise, welche uns so viele Persönlichkeiten, wahnwitzige Dialoge, trickreiche Kämpfe und unbeschreibliche Momente erleben lässt, dass man sie einfach selbst erfahren haben muss. Das Thema Krieg und Gewalt, wird so ernst und unverschönt gezeigt, dass man selbst in einem Videospiel erfährt, wie leidvoll die Menschen unter diesen zu leben haben.
Ein Spiel kann so viel mehr als nur stumpfes Gameplay sein. Metal Gear Solid zeigt uns dies mit so viel Leidenschaft und Hingabe auf, dass ich dieses Spiel niemals vergessen werde und mich jetzt schon darauf freue, als Solid Snake zum wiederholten male die Welt vor dem Untergang zu retten..
Neben dem Trailer, zeige ich eine der beschriebenen Dialoge, welche die Liebe zur Geschichte und den darin enthaltenden Charakteren, meiner Meinung nach, offenbart.
Achtung..! Unten gibts nen Spoiler ;)
|
|